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Rootserver-Grundlagen: der Rootserver

Rootserver: eigener Server, vom Provider betreut

Nicht selten kommt es zur Situation, dass man eine Webseite aufgebaut hat, von der man sich eigentlich gar nicht so viel erwartet hatte, doch dann kam der Spaßfaktor dazu und der Erfolg stellte sich ein. Irgendwann ist die Seite so groß, dass sie im normalen Webhosting-Paket nicht mehr betreubar ist und es kann sogar passieren, dass der Provider darauf hinweist oder das Konto überhaupt gleich sperrt, weil die Belastung für den Server, auf dem ja auch andere Kunden ihre Webseiten abgespeichert haben, zu hoch geworden ist.

In der Situation muss man auf einen eigenen Server wechseln, die Frage ist nur, auf welchen. Es gibt da Rootserver und VServer und natürlich eigene Server - was ist der Unterschied? Und kann das jeder in Anspruch nehmen?

Ein eigener Server ist für viele nicht wirklich die optimale Wahl, denn man muss einen gekühlten Raum haben, damit der Rechner nicht überhitzt und man muss sich mit dem Betriebssystem auskennen und ständig Updates raufspielen und darf nicht auf Urlaub fahren, weil dann erfährt man in Italien, dass daheim der Server abgestürzt ist. Manchmal kann man mit Fernwartung diese Situation entschärfen, aber nicht in jeder Situation.

Ein Rootserver ist wie ein VServer ein Computer, der von einem Provider betreut wird. Das bedeutet, dass der Provider für die Hardware zuständig ist - er ist verantwortlich dafür, dass der Server technisch funktioniert, aber für das Betriebssystem und die Anwendungen ist der Kunde selbst verantwortlich. Der Unterschied ist nun, dass ein VServer ein Teil eines Servers ist, was bedeutet, dass sich die Speichermöglichkeit auf verschiedene Server aufteilt. Das reicht für viele Webseiten, die für das normale Webhosting schon zu groß geworden sind, völlig aus, aber man muss berücksichtigen, dass es da noch die anderen VServer gibt. Bremst einer den Rootserver komplett aus, hängen auch die anderen Server. Diese Gefahr ist aber als viel geringer einzuschätzen im Vergleich zum Webhosting, wo manch simples, aber falsch geschriebenes PHP-Skript alle Webseiten des Servers lahmlegen kann.

Der Rootserver ist hingegen ein Server, bei dem man den Server mit niemanden teilt. Wer beispielsweise mit Videoeinstellungen arbeitet oder andere Tools braucht, die beim Webhosting ausgeschlossen sind, kann auf einen Rootserver oder auf einen VServer zurückgreifen, wobei große Projekte oft mit einem Rootserver, kleinere mit einem VServer betrieben werden. Von vielen Leuten wird VServer und Rootserver auf gleiche Weise verwendet, tatsächlich kann man auch beim VServer als Root das Betriebssystem erreichen, weshalb die Überschneidung nachvollziehbar ist. Letztlich hat man einen gemieteten Server mit voller Kontrolle der Einstellungen - ob nun alleinig (Root) oder als Teil eines Systems (VServer).

Der Haken ist, dass das Marketing oft davon schreibt, dass der Rootserver auch von Anfängern bedienbar ist, was theoretisch auch richtig ist, aber im Einzelfall eben nicht ganz. Denn man muss sich auf der Konsole bewegen und Befehle eingeben, um neue Pakete zu installieren und eine gewisse Kenntnis sollte gegeben sein.

Schreibt man nun den Support an, dann hat dieser wohl das Know-How, um zu helfen, aber die Aufgabe des Supports besteht darin, den Server technisch zu betreuen. Funktioniert er nicht, ist der Support zuständig - kommt man mit seinen Skripten nicht klar oder hat Probleme mit der Installation eines Paketes, dann ist das nicht mehr seine Aufgabe. Oftmals gibts ein Good-Will und es wird mehr geholfen als vereinbart war, aber davon sollte man nicht immer ausgehen.

Daher sollte man sich überlegen, ob man selbst einen Rootserver betreuen kann, wenn man beim Wissensstand 0 startet. Viele gute PHP-Programmierer haben keine Ahnung, wie ein Server gestaltet werden muss, weil sie das Betriebssystem stets anwenden, aber den Server nie konfigurieren. Natürlich ist es auch ein Problem, dass das Marketing die Einfachheit verspricht und man erst in der praktischen Realität erkennt, was man sich da eigentlich gemietet hatte.

Eine Option wäre, dass man sich einen Servertechniker ins Boot holt, der den Server betreut und so hat man dann eine Situation wie vorher beim Webhosting. Selbst arbeitet man mit den Skripten und muss sich um das Betriebssystem nicht kümmern.

Apropos Betriebssystem: einfach ist die Gestaltung von der Basis her schon, denn es gibt ein Verwaltungstool, mit dem man den Server starten oder stoppen kann und die Auslastung erkennbar wird, zusätzlich gibt es ein Standardskript, das von der Konsole aus aufgerufen wird und das die Sprache, die Notwendigkeit von Datenbanken etc. abfragt und dann alles wunschgemäß installiert - ohne dass man tätig werden muss.

Problematisch wird es erst, wenn man darüber hinaus etwas ändern muss oder will.



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